Unisex bei Rentenversicherungen

Welche Bedeutung hat Unisex bei Rentenversicherungen für den Mann?

Am 21. Dezember 2012 setzte die Bundesrepublik eine Vorgabe des Europäischen Gerichtshofs in Strasbourg vom März 2011 um, welcher in der Rechtsache C-236/09 entschieden hatte, dass eine geschlechtsspezifische Risikoklassifikation gegen europäisches Recht verstoße. Unisex war fortan in aller Munde – allerdings nur so lange wie der Versicherungsvertrieb darin eine Möglichkeit sah die aktuelle Produktion anzutreiben. Inzwischen hat man sich mehr oder minder an Unisex-Tarife gewöhnt. Die einzige Ausnahme sind die Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen, denn hier hat die Unisex-Tarifierung zu einer Veränderung der Nachfrage geführt.

Was ist ein Unisex Tarif?

Das Geschäftsmodell einer Versicherung besteht darin, den Eintritt eines bestimmten Ereignisses mit Hilfe statistischer Methoden einzuschätzen und die errechneten Kosten auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Der Risikoausgleich findet durch die Verteilung des Risikos auf möglichst viele Schultern statt, während die Risikoprämie (also die Frage, wieviel kostet das Ereignis pro beteiligte Person?) auf der Basis von Wahrscheinlichkeit und Risikosumme berechnet wird. Je präziser ein Ereignis vorhergesagt werden kann, desto tiefer die Prämie, weil die Versicherungsgesellschaft keinen oder nur einen geringen Risikopuffer einsetzen muss.

Um diese Risiken zu kalkulieren, arbeiten Versicherer mit geschlossenen Risikogruppen. Bei den Kfz-Versicherungen wären das zum Beispiel die unterschiedlichen Fahrzeugklassen. Es ist einsichtig, dass ein VW Polo und ein Ferrari 458 nicht der gleichen Risikoklasse zugeschlagen werden. Man könnte das zwar tun, aber es ist allgemeiner Konsens, dass es keinen Sinn macht, dass die Halter von Kleinfahrzeuge für das deutlich höhere Risiko von luxuriösen Sportwagen eintreten müssen.

Der Preis eines Gutes ist jedoch nicht das alleinige Merkmal einer Risikogruppe. Findet die Mathematik einen signifikanten Unterschied zwischen dem Schadensverlauf von roten und schwarzen Fahrzeugen, würden diese getrennt voneinander tarifiert, um einen fairen Preis zu erhalten.

Zwischen Männern und Frauen finden wir in verschiedenen Lebensbereichen einen solch signifikanten Unterschied. Je nach Lebenssituation ist das eine oder das andere Geschlecht kostenintensiver. Aus diesem Grunde wurden bis zum besagten 21.12.2012 viele Versicherungen in Abhängigkeit vom Geschlecht tarifiert. Damit verfolgten die Versicherungsgesellschaften keine Geschlechterdiskriminierung, sie handelten lediglich entsprechend der objektiven Risikobeurteilung.

Mit der Einführung zur Pflicht zu Unisex-Tarifen wird dieses Prinzip aus politischen Gründen durchbrochen. Fortan wird zwar immer noch nach sachlichen Unterschieden differenziert, die geschlechtlichen Merkmale des Versicherungsnehmers dürfen dabei allerdings nicht mehr zur Risikoselektion und Preisfindung herangezogen werden.  Unisex bedeutet also nicht, dass die Beiträge für alle gleich hoch sind, sondern lediglich, dass die Geschlechter nicht mehr unterschiedliche Prämien bezahlen.

Was bringen Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen?

Wie hieß es früher doch so schön? Wer eine Rentenversicherung kauft, glaubt an ein langes Leben. Tatsächlich ist das versicherte Risiko bei einer Rentenversicherung nicht ein unglückliches Ereignis, welches mit Leid und Schmerzen verbunden ist, sondern eine positive Entwicklung: das Leben dauert länger als man das eigentlich hätte erwarten können. Im Fachjargon spricht man in diesem Zusammenhang vom sogenannten Langlebigkeitsrisiko.

Wer schon einmal eine Rentenversicherung abgeschlossen hat weiss, dass es hier keine Gesundheitsfragen im Antrag zu beantworten gibt (Zumindest nicht bei der 08/15 Version der Rentenversicherung). Die einzigen beiden Merkmale, welche der Versicherung braucht um eine Risikobewertung vorzunehmen, sind Alter und Geschlecht.

Das Alter, weil es einen enorm umfangreichen Datenbestand bezüglich der mutmaßlichen Restlebenserwartung für jeden einzelnen Jahrgang (siehe auch „Sterbetabelle“) gibt. Das Geschlecht, weil die Restlebenserwartung davon abhängt: Frauen leben deutlich länger wie Männer.

Wenn 50% der verfügbaren und relevanten Parameter für die Berechnung Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen wegfallen, können die daraus resultierenden Angebote nicht mehr – sagen wir einmal – im selben Gleichgewicht sein, wie zuvor. Tatsächlich zahlen Männer heute deutlich mehr für eine Rente wie das früher der Fall war. Frauen, etwas weniger. Warum Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen nicht dazu geführt haben, dass das PLUS der Männer, nicht unbedingt das MINUS der Frauen ist, werden wir später beleuchten.

Benachteiligen Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen die Männer?

Wenn ein Geschlecht zu Gunsten des anderen mehr zahlen muss, dann ist das als solches betrachtet nicht unbedingt eine Benachteiligung, sondern kann auch eine gewünschte Solidarleistung sein. Eine solche Solidarleistung kennen wir in anderen Bereichen längst: etwa bei der gesetzlichen Krankenversicherung oder bei der gesetzlichen Rentenversicherung.

Es ist kein Zufall, dass solche gesetzlichen Solidarsysteme nach dem Umlageverfahren organisiert sind, bei welchem eben keine konkreten Ansprüche aufgebaut werden, sondern man darauf vertraut, im Rahmen des Generationenvertrages irgendwann auch von der Solidarität (jüngerer) Beitragszahler profitieren zu können. Nicht zu Unrecht sprechen nicht wenige Menschen bei diesen Sozialversicherungen nicht von Beiträgen, sondern von Steuern. Und vermutlich wäre es auch einfacher, gerechter, kostengünstiger und sicherer, wenn man statt Beiträge zu erheben, einfach auf ein steuerfinanziertes Modell umsteigen und den finanziellen Mehrbedarf über höhere Steuern finanzieren würde… Spätestens dann wäre allen klar, dass man sich bei gesetzlichen Solidarsystemen keinen konkreten Anspruch aufbaut.

Bei einer privaten Rentenversicherung ist das hingegen anders. Hier werden konkrete Leistungen (die eigenen Beitragszahlungen), mit ebenso konkreten persönlichen Anrechten und Ansprüchen (Rentenzahlung in bestimmter Höhe, Vermögensansprüche) verbunden. De facto ist eine private Rentenversicherung nichts Anderes wie eine Vermögensanlage bei der Bank (oder sonst wo) und dort besteht ein Schutz der Vermögenswerte welcher bereits in der Verfassung garantiert wird.

Wenn man also eine Rentenversicherung als Vermögensanlage betrachtet, stellen Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen eine klare Benachteiligung der Männer gegenüber den Frauen dar. Die Frage ist, wie groß ist diese Benachteiligung und ist sie für den Anlagenentscheid relevant.

Um an dieser Stelle Missverständnisse auszuschließen: Es geht bei dieser Betrachtung nicht darum den Umstand der Benachteiligung zu beklagen, sondern um die Frage, ob diese dazu führt, dass der ein Anleger beim individuellen Anlageentscheid zur Ansicht gelangen muss, dass die nicht risikogerechte Tarifierung die Anlage im Vergleich zu den übrigen Kapitalanlagemöglichkeiten unattraktiv macht.

Wie stark benachteiligen Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen die männlichen Anleger

Um beurteilen zu können, wie groß der Nachteil für Männer bei Unisex-Tarifen in der privaten Rentenversicherung ist, braucht es zwei Dinge: Eine statistische Grundlage, welche uns erlaubt die Rentenbezugsdauer zwischen Mann und Frau zu vergleichen und ein aktuelles Angebot einer privaten Rentenversicherung.

Wie wir später sehen werden, müsste man idealerweise eigentlich die alte Welt (geschlechtsspezifische Tarife) und die neue Welt (Unisex) miteinander vergleichen, um den tatsächlichen Einfluss der Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen beurteilen zu können. Aber darum geht es hier gar nicht. Ziel dieser Darstellung ist, dass Sie als Anleger entscheiden können, ob es sich trotzdem noch lohnt als Mann eine Rentenversicherung abzuschließen. Eine vergangenheitsbezogene Nabelschau bringt uns diesbezüglich nicht weiter. Die Zeit ist vorbei. Fertig!

Wie wir der Sterbetafel entnehmen können, haben Frauen in jeder Generation einen Vorteil in Bezug auf die verbleibende Restlebenserwartung. Der Unterschied liegt im „rentenfähigen“ Alter zwischen 4 und 1,5 Jahren. Diese Zahl sagt uns für sich betrachtet nicht viel. Entscheidend ist das Verhältnis zur erwarteten, durchschnittlichen Rentenbezugsdauer (Restlebenserwartung). Die Rentenbezugsdauer ist wichtig, denn diese sagt uns, auf welchen Zeitraum im Durchschnitt das Kapital verteilt werden muss. Die Rentenbezugsdauer von Frauen liegt um den Bereich von 18% höher. Nimmt man zur Vereinfachung an, das Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen in der Mitte zwischen den Geschlechtern zu liegen kommen, werden Männer also um ca. 9% schlechter gestellt.

Das ist nicht einfach nur eine Zahl, diese aus der Sicht des Mannes eindeutige Verschlechterung wiederspiegelt sich in einer deutlich tieferen Rente (Siehe Tafel). Wollte man diesen Nachteil ausgleichen, müsste man eine zusätzliche Rendite von einem Prozent p.a. erwirtschaften. Eigentlich nicht viel – für eine Rentenversicherung im heutigen Umfeld jedoch unmöglich.

Rechnet sich für Männer eine Versorgung auf der Basis von Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen überhaupt noch?

Rein ökonomisch kann diese Frage einfach beantwortet werden: Nein.

Im Grunde ist eine Rentenversicherung eine Wette. Schon vor der Einführung von Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen war der Entscheid für oder gegen eine Rente darum für rein rational und wirtschaftlich denkende Menschen eine Gradwanderung. Schließlich liegt es in der Natur der Sache, dass für rund die Hälfte aller Rentenbezüger der Abschluss einer Leibrente wirtschaftlich betrachtet ein Verlustgeschäft darstellt. Alleine, man weiß in der Regel nicht zu welcher Hälfte man gehört… Und jene, welche es zu wissen glauben (etwa, weil sie krank sind), schließen mit Sicherheit keine Rente ab.

Dank Unisex sind nun die Verhältnisse klarer. Die Wahrscheinlichkeit als Mann zu den Gewinnern zu gehören ist nun deutlich kleiner wie 50%. Darum wird eine private Rentenversicherung für den Durchschnittsmann mit Sicherheit zu einem Verlustgeschäft werden. Zwar gibt es auch weiterhin Männer geben, bei denen sich eine Rente rechnet, aber ihr Anteil ist spürbar gesunken. Dieser Effekt wird durch den tiefen Rechnungszins noch zusätzlich verstärkt, denn in früheren Jahren konnte zumindest der Anlagenerfolg noch dafür sorgen, dass auch jene, welche der durchschnittlichen Restlebenserwartung nahegekommen sind, noch ein kleines Plus zu verzeichnen hatten. Damit ist nun nicht mehr zu rechnen.

Wäre die wirtschaftliche Betrachtungsweise das einzige Entscheidungskriterium für oder gegen eine Rente, man könnte wohl als Mann keine Rentenversicherung mehr abschließen.

Wieso kann sich eine Rentenversicherung für den Mann trotzdem lohnen?

Haben Sie sich jemals überlegt, ob sich eine Vollkasko-Versicherung für Ihr KFZ rechnet? Sicher haben Sie das, nämlich dann, wenn der Wagen alt und ein möglicher Schadensausgleich durch die Versicherung kleiner als die damit verbundene Versicherungsprämie geworden ist. Aber als es ein Neuwagen war, haben Sie mit größter Sicherheit keinen Gedanken daran verschwendet, dass sich die Vollkasko-Versicherung nicht rechnen würde.

Dabei ist es bei der KFZ-Versicherung (also nicht nur bei der Vollkasko-, sondern auch der Teilkasko und Haftpflichtversicherung) nicht anders als bei der Rentenversicherung: Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie gleichviel oder sogar mehr von der Versicherung erhalten, wie Sie Beiträge bezahlt haben, liegt deutlich unter 50%! Wäre es anders, würde die Versicherungsgesellschaft sehr rasch Pleite gehen…

Nun, trotz Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen liegt der Fall hier nicht anders. Die Rendite liegt in einem ungewissen Schadensereignis. Nur muss man bei einer Rentenversicherung keine Angst davor haben, es könne kurzfristig eintreten. Das Schadensereignis liegt weit in der fernen in der Zukunft und besteht darin, dass die Versicherten überdurchschnittlich lange leben und das Geld nicht so lange reicht.

Setzt man die Wahrscheinlichkeit und die Dimension des möglichen finanziellen Schadens gegenüber, erkennt man rasch, dass es vergleichsweise problemlos möglich wäre einen Vollkaskofall aus der eigenen Tasche zu begleichen. Ein zu langes Leben überfordert jedoch die eigenen finanziellen Möglichkeiten (und die der Angehörigen) meistens deutlich. Es ist also keine so schlechte Idee, sich trotz Unisex-bedingt schlechteren Tarifen für eine Absicherung des Langlebigkeitsrisikos zu entscheiden.

Rentenversicherungen sind immer auch Vermögensanlage

Rentenversicherungen haben jedoch nicht nur die Funktion einer Absicherung gegen ein abstraktes Langlebigkeitsrisiko. Ihre spürbaren Hauptvorteile liegen ganz woanders.

Zum einen waren sie schon immer ein Instrument der Vermögensanlage. Sicher, klassische Rentenversicherungen sind angesichts tiefer Zinsen an den Rentenmärkten keine wirklich tolle Kapitalanlage. Schlechter als klassische Bankprodukte sind sie allerdings auch nicht. Wer sich für eine klassische Rentenversicherung entscheidet, erhält eine konservative Vermögensanlage und muss sich keine Gedanken darübermachen, wie er sein Geld anlegen muss, ob er damit Geld verlieren könnte, ob er einem Betrug aufsitzt oder ob irgendjemand ihm auf irgendeine Weise versucht das Geld abzuknöpfen (volle Konten wecken nicht nur bei Kriminellen Begehrlichkeiten, sondern auch bei braven Verwandten…). Kurz: diese Vermögensanlage ist zu 100% stressfrei!

Wer sein Geld besser anlegen will, dabei aber seine Rente nicht riskieren mag, findet in den Garantierenten eine gute Möglichkeit attraktive Renditen, mit Flexibilität und einer hohen Sicherheit zu verbinden. Solche Garantierenten sind am Markt auch bekannt unter dem Begriff „Variable Annuities“. Hier ist tatsächlich lediglich das Langlebigkeitsrisiko (also im Falle der Garantierente die lebenslange Rente in einer garantierten Höhe) versichert. Ansonsten verhalten sich Garantierenten wie eine gute Vermögensanlage.

Rentenversicherungen organisieren das Kapital

Neben der Vermögensanlage hat eine Rentenversicherung auch eine andere Funktion, welche einen geldwerten Charakter hat: Sie organisiert den Mittelzufluss. Dank der monatlichen Rente (kann natürlich auch quartalsweise, halbjährlich oder jährlich eintreffen), weiß man ganz genau wieviel Geld einem zur Verfügung steht. Für viele Menschen ist das ein extrem wichtiges Kriterium, welches für eine Rentenversicherung spricht.

Früher, als es noch Anleihen und andere Rentenpapiere gab, welche eine auskömmliche Rendite abwarfen, konnte man seinen Lebensunterhalt auch mit Zinserträgen finanzieren. Diese wurden periodisch auf das Konto überwiesen und konnten deshalb ebenfalls als Einkommensersatz genutzt werden.

Doch diese sogenannte „ewige Rente“, bei welcher man nur vom Zins, nicht aber von der Substanz lebte, gibt es nicht mehr. Zumindest nicht für Menschen, welche Artikel über Rentenversicherungen lesen müssen: Wegen dem anhaltenden Zinstief müsste man über ein unerschöpfliches Vermögen verfügen, um diesen Traum heute noch zu leben.

Einschub: Natürlich war der Traum, nur vom Zins seines Geldes leben zu können, schon in früheren Zeiten ein Selbstbetrug. Zinsen schaffen es nur in Ausnahmefällen die Geldentwertung aufzufangen. Die Zinsertragssteuer gibt der Illusion dann noch den letzten Rest. Wer von den Zinsen lebt, kann zwar sein nominales Vermögen (Also den angezeigten Kontenwert) konstant halten, der tatsächliche Realwert (Kaufkraft des Vermögens) nimmt jedoch Jahr für Jahr ab. Zudem ist heute die Rentenbezugsdauer viel länger, sodass nicht nur das Vermögens relevant an Wert verliert, sondern auch die bezogene Vermögensrente.

Der Traum der ewigen Rente ist ausgeträumt. Wir werden ihn in mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auch kaum mehr so rasch wieder erleben. Wer anderer Meinung ist, sollte sich die Verhältnisse in Japan anschauen, wo das hier eben erst angelaufene Szenario bereits seit über 20 Jahren herrscht.

Ergo ist die Rentenversicherung für die Mehrheit der Menschen, welche als Orientierungshilfe oder Disziplinierungsmaßnahme ein regelmäßiges Einkommen wünschen tatsächlich mehr oder minder alternativlos. Daran ändern auch die Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen nichts.

Wer es etwas weniger restriktiv und unflexibel mag, hat immer noch die Möglichkeit auf eine Garantierente zu setzen, welche zumindest im Bereich des zwischenzeitlichen Kapitalbezuges deutlich flexibler ist, als eine klassische Rentenversicherung, welche bei laufenden Renten keinen Kapitalbezug vorsieht.

Eine private Rentenversicherung für Männer trotz Unisex?  Der Expertenrat

Wahrscheinlich erwarten Sie jetzt eine klare Empfehlung, betreffend den Abschluss einer Rentenversicherung für Männer. Diese können wir Ihnen so allerdings nicht geben. Ob für Sie als Mann eine Rentenversicherung Sinn macht, obwohl die Bedingungen durch den Zwang zu Unisex massiv verschlechtert wurde, hängt von Ihren ganz persönlichen Erwartungen ab:

  • Rein wirtschaftlich dürfte eine Rentenversicherung – wie Sie von den meisten Beratern und Laien angewandt wird – für Männer keinen Sinn machen. Wenn Sie also unbedingt das Maximum aus Ihrem Geld rausholen wollen, raten wir eher von einer Rentenversicherung ab. Zumindest von einer klassischen Leibrente. Hier wäre ein gut organisierter Auszahlungsplan die passende Alternative.
  • Liegt Ihnen die Flexibilität Ihres Altersvermögens am Herzen, ist eine klassische Rentenversicherung für Sie keine Option: läuft die Rente erst einmal, haben Sie den Zugriff zu Ihrem Kapital verloren. Das ist aber keine Folge von Unisex, sondern die Konsequenz aus der lebenslangen Absicherung. Hier wäre eine Garantierente die passende Alternative.
  • Wollen Sie eine möglichst sichere Altersversorgung und das lebenslang, kommen Sie trotz der kalkulatorisch ungünstigen Voraussetzung nicht an einer Rentenversicherung vorbei. Unisex ist hier ein unumgängliches Faktum.
  • Wollen Sie ein sicheres, planbares Einkommen, gibt es aktuell ebenfalls keine Alternative. Hier können Sie sich höchsten überlegen, ob Sie statt auf eine klassische Rentenversicherung nicht auf eine Garantierente setzen sollten. Aus unserer Sicht die bessere Lösung.

Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen führen zu einer Benachteiligung von Männern. Keine Frage. Sie sollten sich davon aber nicht ins Bockshorn jagen lassen. Aus Expertensicht machen Rentenlösungen für Männer trotzdem Sinn. Allerdings muss man alles daran setzen die Nachteile so klein wie möglich zu halten.

Dazu ist es allerdings notwendig von den klassischen 08/15 Lösungen abzuweichen. Mit einer Einzellösung (also einem einzelnen Versicherungsvertrag), kaufen Sie alle Vor- und Nachteile in einem Paket. Besser fahren Sie mit einer Konzeptlösung, welche Kapitalanlage und Versicherungsschutz klar voneinander trennt. Wenn Sie, bzw. Ihr Berater sein Geschäft versteht, können Sie die Nachteile der Unisex-Tarife bei Rentenversicherungen weitgehend kompensieren und genießen nicht nur eine höhere Rente (im Vergleich zu klassischen Lösungen), sondern erhalten gleichzeitig auch mehr Flexibilität.