Rentenfaktor verschlechtert sich

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Der Rentenfaktor sinkt

Der Rentenfaktor sinkt – schon wieder. Für jene, welche sich im Moment gerade nicht mit der Frage beschäftigen, sich eine private Rentenversicherung (egal ob als klassische Leibrente oder als innovative Garantierente) zuzulegen, mag diese Nachricht nichts Bedrohliches an sich haben. Für jene, bei denen ein solches Investment in naher Zukunft geplant ist oder welche auf Grund von Versorgungslücken irgend wann ein Thema sein könnte, bedeutet dies eine Aufforderung zum Handeln. Wenn der Rentenfaktor sinkt, ist dies also ein Ereignis, welche nahezu jeden / jede von uns betrifft!

Was ist ein Rentenfaktor

Wird Kapital in Rente umgewandelt, entscheiden zwei Faktoren über die Höhe der monatlichen Rente (tatsächlich sind es natürlich noch etwas mehr, aber die sind nur am Rande von Bedeutung):

Die Höhe des Zinses auf dem investierten Kapital (bei Fonds- oder Garantierenten müsste man eigentlich von Ertrag sprechen). Je höher dieser ist, desto höher ist selbstverständlich die Rente.

Die mutmaßliche Rentenbezugsdauer. Je jünger eine Person ist, desto länger ist bei einer lebenslangen Leibrente im Durchschnitt die Zeit, während der Rentenzahlungen vorgenommen werden müssen.

Der Rentenfaktor ist ein Umwandlungsfaktor (in Prozent), den man mit dem investierten Kapital multipliziert, um die Rentenhöhe zu bestimmen. Dieser Rentenfaktor berücksichtigt also sowohl den Zins, als auch die statistisch festgelegte Rentenbezugsdauer.

Warum sinkt jetzt der Rentenfaktor?

Ganz einfach: weil beide Parameter (Zins / Ertrag und Rentenbezugsdauer) sich zu Ungunsten der zukünftigen Rentenbezüger verändert hat: Der Zins liegt schon seit Jahren am Boden, was dazu zwingt, den garantierten Rechnungszins im kommenden Jahr unter ein Prozent zu senken (Gilt natürlich so nicht für Garantierenten, welche keinen Garantiezins kennen). In die umgekehrte Richtung entwickelt sich seit Jahrzehnten die Lebenserwartung der Menschen, weshalb die Berechnungsbasis der Rentenversicherung (Sterbetafeln) praktisch Jahr für Jahr überholt werden muss.

Weshalb ist diese Entwicklung auf für jüngere Menschen wichtig?

Es ist durchaus denkbar, dass der Garantiezins in ferner (realistisch ist wohl in ferner, ferner) Zukunft wieder steigen wird. Vermutlich wird es dann allerdings keine klassischen Rentenversicherungen, bzw. Lebensversicherungsprodukte mehr geben, denn die Lebensversicherer werden aus dem aktuellen Debakel mit dem Garantiezins auf langlaufende Verträge lernen und solche Risiken zukünftig meiden. Es gibt gute Gründe, weshalb die Versicherungswirtschaft aktuell eher auf Garantierenten oder Fondspolicen setzt… Zum Glück sind diese Gründe nicht nur zum Nachteil der Kunden. Bei guten Garantierenten ist diese neue Form der Rentenversicherung sogar ein echter Gewinn für die Menschen mit Vorsorgebedarf.

Was es allerdings aller Voraussicht nie mehr geben wird, sind kürzere Lebenserwartungen. Entsprechend ist nicht anzunehmen, dass jüngere Menschen jemals wieder die Möglichkeit haben werden, sich einen höheren Rentenfaktor zur Absicherung Ihrer Vorsorgelücke zu sichern.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen jünger als 55 einen relevanten Bedarf in diesem Bereich haben dürfte höher wie 90% sein. Entsprechend sind nahezu alle Menschen davon betroffen, wenn der Rentenfaktor sinkt. Denn zukünftig wird man sehr viel mehr Geld benötigen, um sich eine lebenslange, sichere Versorgung zu sichern.

Sichern Sie sich jetzt die Sicherheit für morgen!

Persönlich bin ich ein Gegner von Schlussverkaufsrhetorik bei Vorsorgeprodukten. Eine gute Vorsorge basiert nicht auf „Gelegenheiten“, sondern auf einer soliden Planung, welche nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart (und die absehbare Zeit danach) berücksichtigt.

Die Absenkung des Rentenfaktors wird jedoch derart einschneidende Konsequenzen haben, dass man nicht von aktuellen „Gelegenheiten“, sondern besser von fehlenden Gelegenheiten in der Zukunft sprechen müsste.

Gehören sie also zu jenen Menschen, welche über ein volles Bankkonto und mangelnde Anlagemöglichkeiten verfügen, sollten Sie die Tatsache, dass der Rentenfaktor sinkt dazu nutzen, sich Gedanken über Ihre Altersvorsorge machen.

Wenn Sie sich bei der Umsetzung Ihrer Absicherung einer Garantierente bedienen, haben Sie am Ende nicht nur Ihre Altersabsicherung ein Stück weit geregelt, sondern gleichzeitig auch ein spannendes Anlageprodukt in Ihrem Portfolio. Eines, dass Sie keinesfalls dazu zwingt tatsächlich eine Rente zu beziehen. Gesichert ist der aktuelle Rentenfaktor dann allerdings trotzdem.

Danie S. Batt
Dipl. Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
Geschäftsführer

 

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