Riester-Rente / Förderrente

Home / term / Riester-Rente / Förderrente

Riester-Rente / Förderrente

Die Förderrente / Riester-Rente wurde mit der großen Rentenreform von 2000 / 2001 eingeführt. Ziel dieser Rentenreform war das durch den demographischen Wandel gefährdete System der gesetzlichen Rentenversicherung langfristig zu stabilisieren. Um zu verhindern, dass bei einem weiteren Verschlechterung des Verhältnisses von Rentnern zu Beitragszahlern die Beiträge massiv in die Höhe getrieben werden und so zu einer Belastung für den Arbeitsmarkt zu werden, wurde das angestrebte Versorgungsniveau eines Eckrentners (siehe auch „Eckrentner“) von 70 auf 67% seines letzten Nettoeinkommens gesenkt.

Um diese Absenkung sozial abzufedern und um zu verhindern, dass die Reduktion des Rentenniveaus dazu führt, dass eine zunehmende Zahl an Rentenbezüger auf die sogenannte Grundsicherung angewiesen ist, wurde als Kompensation eine neue Form der geförderten Altersvorsorge eingeführt: die Förderrente.

Die Förderrente hat im Volksmund rasch den Namen ihres Schöpfers übernommen und ist heute weitgehend nur noch unter dem Begriff Riester-Rente bekannt. Davon abgeleitet: Wer mit einer Riester-Rente Vorsorge betreibt, der „riestert“.

Die Riester-Rente entspricht einem Paradigmen-Wechsel in der Vorsorge. Angesichts der demographischen Entwicklung sehen oder sahen viele Politiker die Zukunft nur noch in der kapitalgedeckten Vorsorge. Das Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung ist weitgehend in den Verruf der Instabilität gekommen, weil abzusehen ist, dass immer weniger Arbeitnehmer mit ihren Beiträgen die wachsende Zahl der Rentner finanzieren muss.

Inzwischen sind allerdings Zweifel aufgekommen, ob eine kapitalgedeckte Vorsorge sich ganz dem demographischen Wandel entziehen kann, da die Kapitalerträge der Vorsorgevermögen ebenfalls in einer Abhängigkeit (Konsum, Wertschöpfung, etc.) zur Bevölkerungsentwicklung stehen.

Die Riester-Rente richtet sich unmittelbar an sozialversicherte Arbeitnehmer, bzw. mittelbar an deren Ehepartner. Der Anspruch auf Förderung ist dabei an den Bezug des aufgebauten Vorsorgekapitals als Rente gebunden. Ein Kapitalbezug (ausgenommen eine 30%ige Quote zu Rentenbeginn) geht mit einem nachträglichen Verlust der Förderwürdigkeit einher. Anders als die Basisrente / Rürup-Rente ist bei der Riester-Rente ein Kapitalbezug jedoch möglich.

Die Flexibilität bezüglich des Kapitalbezugs führt dazu, dass die Riester-Rente steuersystematisch der zweiten Schicht der Altersvorsorge (gemäß dem 3 Schichten Modell der Vorsorge) zugeordnet wird.

Die Förderung der Riester-Rente durch den Staat erfolgt entweder über Zuschüsse (in Abhängigkeit vom geleisteten Eigenbeitrag und der zugeordneten leiblichen Kinder) oder der Abzugsfähigkeit der Beiträge als Sonderausgaben. Die Förderung erfolgt immer nur auf Antrag. Dabei wird jährlich ermittelt, welcher Förderweg für den Antragssteller vorteilhafter ist (Günstigerprüfung).

Wie bei allen geförderten Altersvorsorgeprodukten führt die Auszahlung (Rente, Kapitalbezug, Wohn-Riester) zu einer Besteuerung als Einkommen.

Die Riester-Rente ist ein relativ komplexes Thema, welches wir Ihnen in im gesonderten Dossier „die Riester-Rente“ ausführlich vorstellen.

Related Posts