Fondsrente für mehr Rente im Alter
Die Fondsrente in Deutschland

Ein Kind der Not

Durch den Fonds erhält eine aufgeschobene Rentenversicherung das, was einer aufgeschobenen Rentenversicherung normalerweise fehlt: Sexappeal. Zu Recht fragen Sie sich nun natürlich, weshalb eine Leibrente Sexappeal ausstrahlen soll, da sie doch eigentlich für Sicherheit und eine beruhigende Langeweile steht. Die Frage ist nicht mit einem einfachen Satz zu beantworten, denn die Antworten sind vielschichtig.

Zuallerst steht der Kunde. Natürlich ist der konservativ und möchte eigentlich nichts anderes wie eine zuverlässige monatliche Überweisung. Eigentlich. Leider geht dieses Wissen um das feste Grundbedürfnis manchmal verloren. Etwa als ab Mitte der 90er Jahre die Börsen nur noch einen Weg kannten: nach oben.

In solchen Fällen schaut der Deutsche zwei, drei Jahre interessiert, aber irgendwie verächtlich auf die Spekulationsgewinne der Anderen. Ab dem vierten und fünften Jahr beschleicht ihn das Gefühl etwas verpasst zu haben. Und wenn die Party am schönsten ist, will er Teil des großen Fressens sein, will sich ebenfalls rauschartig bereichern und hat keine Lust mehr mit anzusehen, wie andere reich, er selber jedoch mit mickrigen 4-5% Rendite auf seiner langweiligen Rentenversicherung abgespiesen wird.

Jetzt nehmen Verbraucherschützer die Rentenversicherung (also eigentlich die Lebensversicherungen als solches) aufs Korn. Diese wäre zu unflexibel, hätte zu hohe Kosten und würde ich für den Verbraucher nicht rechnen. Diese sollten ihr Alterskapital lieber mit Hilfe von Aktiensparen aufbauen. Politiker springen wie immer liebend gerne auf diesen Zug auf…

Nun geraten die Verstände der Versicherungsanbieter unter Druck. Die Stimmung scheint zu kippen. Rentenversicherungen verlieren an Gunst, die Kunden wandern zu den Fondssparplänen der Banken ab. Jetzt gilt es zu handeln – und sie handeln: sie schießen nach einiger Vorbereitungsarbeit eine Fondspolice auf den Markt, welche auch dem Kleinanleger ermöglichen soll, an den gigantischen Gewinnen des Aktienmarktes zu profitieren und sich mit diesen Gewinnen eine satte Rente aufzubauen. Einziger Haken: die Verzögerung der Erkenntnis und der Nachfrage, die notwendigen Vorbereitungsarbeiten und die Markteinführung haben dazu geführt, dass der Boom eigentlich schon zu Ende ist, als die ersten Kunden den Einstieg in diesen neuen Bereich schafften.

Fondsrenten sind eine gute Geschichte – leider werden sie von Anlegern, Anbietern und Verbraucherschützer in Deutschland zyklisch entdeckt. Insgesamt sind Fondsrenten deshalb eher ein Trauerspiel, als eine Erfolgsgeschichte. Das liegt allerdings nicht an der grundsätzlichen Idee der Produkte.

Die Fondsrente als Alternative zur klassischen Rentenversicherung

Viele Jahrzehnte lang war die klassische Rentenversicherung in Deutschland das unbestrittene Mittel der Wahl, wenn es darum ging sich einen privaten Rentenanspruch aufzubauen. Das war kein Wunder, denn neben der klassischen Rentenversicherung gab es in Deutschland nichts, dass man als ernsthafte Alternative ansehen konnte. Die Anbieter hatten ja auch keinen Anlass eine Alternative aufzubauen, denn Ihr wichtigstes Argument für eine private Rente brauchte keine Innovation: das Steuerprivileg auf Lebensversicherungen. Erst mit dem unaufhaltsamen Aufstieg der Aktien in der Mitte der 90er Jahre gerieten die langweiligen Rentenversicherungen unter Druck, weil der Steuervorteil durch die gigantischen Renditen des Aktienmarktes in Schatten gestellt wurde. Die Branche reagierte mit der Fondsrente.

Was ist eine Fondsrente?

Eine Fondsrente ist grundsätzlich eigentlich nichts Revolutionäres. Sie unterscheidet sich von einer klassischen aufgeschobenen Leibrente eigentlich nur dadurch, dass während der Anlagephase das Kapital nicht in dem renditeschwachen, aber sicheren Deckungsstock der Versicherung angelegt wird, sondern in einem Fonds.

Im Anschluss an die Anlagephase während der Aufschubzeit der Leibrente, wird aus einer Fondsrente eine ganz normale Rentenversicherung, denn zur Darstellung der garantierten Rente wandert das Kapital meist 1:1 in den Deckungsstock der Versicherungsgesellschaft.

Bei der Fondsrente handelt es sich also um eine aufgeschobene Rentenversicherung mit variablem, weil vom Fondsergebnis abhängigen Ergebnis (Rente).

Wobei es die Fondsrente so gar nicht gibt. Anders als bei der klassischen Leibrente handelt es sich bei der Fondsrente nicht um ein mehr oder minder standardisiertes (weil vom Gesetzgeber reguliertes) Produkt, sondern um eine Produktkategorie, deren Gemeinsamkeit sich darauf beschränkt, dass der Vermögensbildung auf der Basis von Fonds, eine Verrentung des aufgebauten Kapitals folgt.

Die Unterschiede der einzelnen Produkte sind derart gravierend, dass ein tabellarischer Vergleich von Fondsrenten (wie man ihn von klassischen Rentenversicherungen her kennt) weder nützlich, noch sinnvoll ist.

Wir werden in der Folge beleuchten, in welchen Bereichen die Unterschiede auftreten, welche Bedeutung diese Differenzen haben und wie Sie als Anleger / Anlegerin trotzdem das richtige Produkt für Ihre Bedürfnisse finden können.

Die entscheidenden Produktparameter von Fondspolicen

Wie bereits erwähnt, ist es zumindest theoretisch möglich, bei klassischen Rentenversicherungen einen tabellarischen Marktvergleich vorzunehmen, indem man von den Gesellschaften Angebote einholt und klare Vorgaben bezüglich der entscheidenden Parametern (Eintrittsalter, Rentenbeginn, Zahlungsweise, Rentengarantie, Bonussystem, etc.) macht. Das klappt zwar meistens nicht zu 100 %, erlauben aber trotzdem einen relativ aussagekräftigen Leistungsvergleich.

Bei einer Fondsrente gelten ganz andere Spielregeln. Das hat nicht nur technische Gründe (welche ihre Ursache also in der versicherungsmathematischen Basis haben), sondern ist konzeptionell bedingt. Bedenken Sie, dass man mit einer Fondsrente ja ein anderes Primärziel verfolgt, wie bei einer klassischen Rentenversicherung: Es geht nicht darum einen möglichst sichere und planbare Rente zu erreichen, sondern eine höhere Rendite zu erzielen, aus welcher am Ende eine höhere Rente resultiert.

Fondsrenten müssen deshalb in erster Linie als Kapitalanlage beurteilt werden und erst in zweiter Linie als Rente. Und wie wir gleich sehen werden, unterscheidet sich auch die Darstellung der resultierenden Rente von dem, was wir im klassischen Bereich kennen.

Die wesentlichen Faktoren, welche wir betrachten müssen sind:

  • Anlagestrategie
  • Sicherungsmechanismen
  • Kostenstruktur
  • Flexibilität in der Anlagephase (Aufschubzeit)
  • Flexibilität des Rentenbeginns
  • Umwandlungssatz des Kapitals (Rentenfaktor) in eine Rente
  • Überschusssystem während der Rentenbezugsphase

Nachfolgend wird beleuchtet, weshalb diese Faktoren für die Wahl der richtigen Fondsrente von entscheidender Bedeutung sind. Detailliertere Angaben zu den Hintergründen finden Sie jeweils in den einzelnen Fachartikeln zum Thema. Diese erreichen Sie mit den eingefügten Links.

Anlagestrategie

Das wichtigste Argument für eine Fondsrente liegt in der Möglichkeit mit einer freien Kapitalanlage mehr Ertrag zu erwirtschaften, wie mit einer klassischen aufgeschobenen Rentenversicherung mit Deckungsstock. Entsprechend muss bei dem Entscheid für oder wider eine Fondsrente, die Prüfung der zugrundeliegenden Kapitalanlage eine zentrale Rolle spielen.

Bietet die Anlage tatsächlich die Aussicht, über viele Jahre (wir sprechen ja hier immer von aufgeschobenen Leibrenten) eine Durchschnittsrendite zu erwirtschaften, welche deutlich über dem Garantiezins liegt? Das „deutlich“ muss unterstrichen werden, denn bei einer Fondsrente tragen Sie als Anleger / Anlegerin das Anlagerisiko, während bei der klassischen Rentenversicherung dieses Risiko beim Versicherer liegt. Das eingehen von Risiken muss die Chance beinhalten eine angemessene Belohnung zu erhalten. Wenn nicht, macht es einfach keinen Sinn.

Passt der Fonds zu Ihrem übrigen Anlageverhalten? Können Sie mit Wertschwankungen umgehen oder scheuen Sie normalerweise solche Kapitalanlagen? Es wäre ein Unding, wenn Sie sich auf der Suche nach einer besseren Rendite in Gewässer vorwagen, welche Sie normalerweise aus Angst meiden. Auch eine Fondsrente ist eine Rente und sollte dazu dienen Ihnen Sicherheit zu vermitteln. Wenn Sie nicht mehr gut schlafen können, weil Sie sich wegen der eingegangenen Risiken ängstigen, ist dieses Ziel nicht erfüllt. Dann passt es halt einfach nicht.

Sicherungsmechanismen

Die meisten Fondsrenten am Markt bieten mehr oder weniger ausgeklügelte Vermögens-Sicherungsmodelle an, welche dem Anleger ein Gefühl der Sicherheit geben sollen. Das ist, sagen wir es einmal so, etwas paradox. Wie bereits oben im Thema „Anlagestrategie“ erwähnt, geht es bei einer Fondsrente darum, sich von den Fesseln des reinen Sicherheitsdenkens zu befreien und mit einer freien Kapitalanlage ein (im Vergleich zur klassischen Leibrente) größeres Vermögen aufzubauen, welche danach in eine höherer Rente umgewandelt werden kann. Jedes Sicherungsmodell, welches darauf abzielt Wertschwankungsrisiken wenn nicht ganz zu vermeiden, so doch zumindest in irgendeiner Weise zu begrenzen, ist eine Renditebremse. Manche von Ihnen führen gar früher oder später dazu, dass die Rendite gegen Null tendiert.

Es gibt eine Vielzahl von Sicherungssystem (welche wir im Abschnitt „Wertsicherungssysteme“ näher beschreiben). Am einfachsten bilden wir drei Kategorien von Sicherungssystemen:

  • Garantien auf bestimmte Versicherungsleistungen (z.B. Rentenhöhe)
  • Garantien auf Verlustbegrenzung
  • Garantien auf Ablaufleistung

Denken Sie immer daran, dass jede dieser Sicherungen bares Geld und damit Rente kostet. Trotzdem nehmen Garantien in den Beratungsgesprächen meist die zentrale Rolle ein, weil sie dem Anleger das geben, was er von einer Lebensversicherung im Allgemeinen und von der Rentenversicherung im Speziellen erwartet: Sicherheit. Wenn Ihnen aber Sicherheit über alles geht, sollten Sie sich für eine klassische Rentenversicherung entscheiden.

Wenn Sie die Fondsrente als Chance begreifen, die Rente durch den Einsatz geeigneter Anlagestrategien zu steigern, achten Sie weniger auf die Sicherungssysteme, sondern mehr auf die Fondsanlage. Diese sollte geeignet sein auf verschiedene Marktverhältnisse zu reagieren. Damit werden nicht nur automatisch Verlustrisiken begrenzt, sondern auch Marktchance in schwierigen Verhältnissen genutzt. Erst wenn Sie sehr sicher sind, dass die gewählte Vermögensanlage diese Fähigkeiten mitbringt, sollten Sie sich den Sicherungssystemen widmen. Vermutlich werden Sie dann zur Erkenntnis kommen, dass sowohl die garantierte Verlustbegrenzung als auch die garantierte Ablaufleistungen unwesentliche Features darstellen.

Wie Sie im Abschnitt „Wertsicherungssysteme“ noch erfahren werden, muss man garantierte Ablaufleistungen sogar als eigentliche Verlustfalle bezeichnen, welche regelmäßig dazu führen, dass die Anleger am Ende mit einer negativen Rendite da stehen.

Kostenstruktur

Beratung, Risikoschutz und Vermögensverwaltung kosten Geld. Sind sie gut, dürfen sie sogar richtig viel Geld kosten, weil sie ihre Kosten danach wieder einspielen. Sind sie jedoch schlecht, können die Kosten noch so tief sein, sie wären trotzdem nicht gerechtfertigt.

Bei der Betrachtung der Kostenstruktur geht es also darum zu erkennen, ob man für das Geld, welches man auf den Tisch legt, auch eine adäquate Leistung erhält.

Bei einer Fondsrente geht es darum, die Kostenstruktur der Kapitalanlage zu hinterfragen. Wie verdienen die Beteiligten ihr Geld? Dieser Punkt ist sehr schwierig zu durchleuchten, denn die Zahlungsströme sind nicht immer klar ersichtlich. Sie müssen sich also die Zeit nehmen ins Regelwerk einzusteigen und die entsprechenden Kostenpositionen der Vermögensverwaltung extrahieren.

Wenn Sie die jährlichen Kosten für die Vermögensverwaltung, die Verwaltung Ihrer Anteile, die Gewinnbeteiligung von Vermögensverwaltung (und evtl. auch der Versicherungsgesellschaft), die Switch-Kosten, die Stückkosten der Versicherung, allfällige Einstiegsgebühren für Fonds und natürlich auch die Abschlusskosten (verteilt auf die geplante Anlagedauer) zusammenzählen und sie dem erwarteten Ertrag gegenüber stellen, wissen Sie, ob sich eine Fondsrente für Sie überhaupt rechnet.

Nehmen Sie dabei folgende Faustregel:

Aktienlastige Kapitalanlage (Laufzeit länger 10 Jahre): durchschnittliche Rendite 6-8%

Gemischtes Portfolio aus Anleihen und Aktien (Laufzeit länger als 7 Jahre): durchschnittliche Rendite 4-6%

Konservatives Portfolio aus Anleihen und wenig Aktien (Laufzeit länger als 7 Jahre): 2-4%

Davon ziehen Sie die zu erwartenden Kosten ab. Übersteigt die verbleibende Rendite den aktuellen Garantiezins um ein Prozent, könnte sich eine Fondsrente rechnen. Wenn nicht, lassen Sie die Finger davon.

Bitte beachten Sie, dass in dieser Betrachtung die Garantiekosten noch nicht inkludiert sind. Beachten Sie weiter, dass die unverbindlichen Berechnungsbeispiele, welche man Ihnen mit dem Angebot präsentiert, die tatsächliche Kostensituation nicht oder nur sehr ungenügend darstellen.

Flexibilität in der Anlagephase (Aufschubzeit)

Prüfen Sie, ob Ihre Fondsrente es zulässt, dass Sie Ihr Kapital ganz oder teilweise vorzeitig entnehmen dürfen. Das dürfte in aller Regel der Fall sein.

Ist das geklärt, müssen Sie sich über die Folgen klar sein:

  • Jede Entnahme führt zu einer Reduktion der Rente. Dieser Punkt dürfte kaum Erstaunen auslösen.
  • Was kostet eine Entnahme? Fallen also Gebühren, evtl. gar eine Strafe an?
  • Kann ein allfälliger Vorbezug später wieder korrigiert werden? Wenn ja, zu welchen Bedingungen (Kosten, Garantie)?
  • Zu welchem Kurs kann entnommen werden? Was ist die konkrete Wertstellung?
  • Wie lange dauert es, bis Ihnen das Geld wieder zur Verfügung steht?
  • Wie ist das administrative Vorgehen, um an das Kapital zu gelangen?

Flexibilität des Rentenbeginns

Im Vertrag zur Fondsrente wird normalerweise ein fester Rentenbeginn definiert. Außer bei einer sofortbeginnenden Leibrente (Sofortrente) ist dieser Rentenbeginn meist willkürlich festgelegt. Zum einen spielt das Leben meist nicht nach einem festen Plan ab, zum andern verändern sich u.U. ja auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen (z.B. das gesetzliche Renteneintrittsalter). Gerade bei aufgeschobenen Rentenversicherungen mit extrem langer Laufzeit (z.B. die Riester-Rente) sind die tatsächlichen Verhältnisse nicht abschätzbar.

Gut, wenn die Fondsrente einen flexiblen Rentenbeginn zulässt, man also später entscheiden kann, ob die Rente früher, wie geplant oder später zu laufen beginnen soll.

Doch welchen Preis hat diese Flexibilität? Klären Sie die Bedingungen gründlich ab. Verändert sich der Rentenfaktor und wenn ja, in welcher Weise? Ist auch der neue Rentenfaktor auf der Basis der heute aktuellen Sterbetabelle berechnet oder wird dieser auf der Basis der dann geltenden Sterbetabelle berechnet (was zu einer Verschlechterung führen dürfte)?

Auch hier gilt: Flexibilität kostet Geld. Manchmal rechnet es sich aber, diesen Preis zu bezahlen.

Umwandlungssatz des Kapitals in eine Rente – der Rentenfaktor

Neben der Höhe des verfügbaren Kapitals, welches in eine Rente gewandelt werden kann oder soll, ist der Rentenfaktor von entscheidender Bedeutung, wenn es um die Höhe der resultierenden Rente geht. Gerade bei einer Fondsrente sollte man sehr genau darauf achten, dass die erhoffte Rendite (unsicher) nicht den Blick auf das Sichere (den vertraglich vereinbarten Rentensatz) versperrt.

Folgende Fragen müssen deshalb unbedingt geklärt sein, bevor Sie sich für eine Fondsrente entscheiden:

  • Ist der Rentenfaktor tatsächlich bereits vertraglich fest vereinbart oder gilt die Regelung, dass die bei der Verrentung des Kapitals gültigen Umwandlungssätze zum Einsatz kommen?
  • Wie hoch ist der vertraglich vereinbarte Umwandlungssatz im Vergleich zu einer klassischen Rentenversicherung?
  • Welchen Einfluss hat eine Verschiebung des Rentenbeginns? Ist der dann gültige Rentenfaktor bereits bekannt (auf der Basis der heutigen Umwandlungssätze) oder werden die dann geltenden Rentenfaktoren eingesetzt (was zur tieferen Renten führen dürfte)? Oder ist nur der vertraglich festgelegte Rentenfaktor fix und eine Verschiebung wird durch einen linearen Faktor kompensiert (was wiederum tendenziell zu einer tieferen Rente führen würde)?

 

Überschusssystem während der Rentenbezugsphase

In einer Fondsrente werden naturgemäß keine Überrenditen in Form von Überschüssen zugewiesen. Eine Überrendite gibt es bei Fonds nicht, weil keine Mindestrendite (Rechnungszins) festgelegt ist und die Gewinne vollumfänglich den Anteilseignern gehören. Trotzdem gibt es natürlich Überschüsse in Form von zu hoch kalkulierten Verwaltungskosten (Kostenüberschuss) oder zu hoch kalkulierten Risikokosten (Risikoüberschuss). Was geschieht mit diesen?

Zu klären ist auch, ob nach der Aufschubphase die Rente durch ein klassisches System mit Deckungsstock dargestellt wird. Hier wäre eine Überrendite theoretisch ebenfalls möglich (aber aufgrund der aktuellen Zinssituation kaum wahrscheinlich), was wiederum zu Überschüssen führen würde.

Was also geschieht mit den Überschüssen ihres Vertrages?

Die passende Fondsrente finden

Die passende Fondsrente finden Sie nicht im Vergleichsrechner oder einem Vergleichsportal. Wie sie sicherlich inzwischen bemerkt haben dürften, gibt es bei der Fondsrente keine pauschalen Antworten.

Anders als eine klassische Rentenversicherung bietet eine Fondsrente viele weiche und einige harte Faktoren, welche einer konkreten Anwendung entweder förderlich sind oder diese ausschließen. Entsprechend sollte man das Auswahlverfahren nicht Produktseitig beginnen, sondern von der Seite der Anwendung aufziehen. Oder anders ausgedrückt: Entscheidend ist bei einer Fondsrente nicht in erster Linie was das Produkt kann, sondern was der Anleger braucht.

Um mit dem Auswahlverfahren beginnen zu können, müssen darum zuerst die persönlichen Voraussetzungen definiert werden. Diese dienen danach als Maßstab, an welchem die Fondspolice gemessen wird („Wird die Fondsrente meinen Ansprüchen gerecht?“). Dazu müssen einige Fragen vorab beantwortet werden. Diese lauten in etwa:

  • Will ich eine ratierliche Beitragszahlung oder leiste ich einen Einmalbeitrag?
  • Wieviel will ich investieren?
  • Sollen Zuzahlungen möglich sein?
  • Was will ich überhaupt? Eine möglichst hohe lebenslange Rente oder in erster Linie eine Kapitalanlage (mit der Option eine Rente daraus zu beziehen)?
  • Wie lange sollte die Aufschubphase (Anlagedauer) minimal und maximal sein?
  • Ist der Termin des Rentenbeginns fest oder ist es wichtig, dass sich dieser flexibel den Bedürfnissen anpassen lässt?
  • Brauche ich Zusatzdeckungen (Todesfallrisiko, Beitragsrückgewähr, BUZ, EUZ, Hinterbliebenenversorgung, etc.)?
  • Wie wichtig ist die Möglichkeit das Kapital in Teilen oder als Ganzes vorzeitig beziehen zu können?
  • Wie hoch ist meine Renditenerwartung?
  • Ist es mir wichtiger, dass der Vermögensverlauf während der Anlagephase (Aufschubzeit) stabil ist oder bin ich bereit höhere Wertschwankungen zugunsten einer höheren Rendite in Kauf zu nehmen?
  • Wie wichtig ist mir, dass ich keinen Kapitalverlust erleide? Brauche ich hierfür Garantien und wenn ja, während der ganzen Laufzeit oder nur auf das Ende der vereinbarten Aufschubphase der Fondsrente?
  • Was ist mir wichtiger: eine garantierte Rente oder ein garantiertes Kapital. Oder will ich beides?
  • Welche Ansprüche habe ich bezüglich der Rente: Muss die minimale Höhe bereits heute bekannt sein?
  • Reicht es wenn lediglich der Umwandlungssatz heute bereits bekannt ist?
  • Ist mir ein hoher Umwandlungssatz wichtiger oder eher die Flexibilität des Rentenbeginns?

Wie Sie unschwer erkennen können, gibt es viele Dinge zu klären, bevor Sie sich überhaupt erst auf die Suche nach einer passenden Fondsrente machen sollten. Diese Vorarbeit lohnt sich jedoch, weil sie böse Überraschungen weitgehend verhindert.

Auf unserer Schwester-Seite vorsorge.expert bieten wir Ihnen die Möglichkeit, auf der Basis oben genannter Orientierungspunkte ein Auswahlverfahren zu starten, welches Sie sicher in den richtigen Bereich der Fondsrenten führt.