Riester-Rente die passenden Antworten auf die Frage zur Vorsorge
Die Riester-Rente

Die Mutter der geförderten Altersvorsorge

Die Riester-Rente ist ein staatlich gefördertes Vorsorgeprodukt, mit welchem die Folgen der Absenkung des Rentenniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung (Rentenreform 2001) aufgefangen werden soll. Die Riester-Rente ist der privaten Altersvorsorge zuzurechnen, wobei das Finanzamt die Vorsorgebemühungen der Förderberechtigten, durch Zuschüsse, bzw. Steuervorteile unterstützt. Nachfolgend wollen wir aufzeigen, wie es zur Riester-Rente gekommen ist, wie Sie funktioniert, wo ihre Grenzen sind und für wen sich die Riester-Rente lohnt.

Die Riester-Rente läutete den Systemwechsel in der Vorsorge ein

Mit der Riester-Rente wurde im Jahr 2002 das erste Vorsorgeprodukt eingeführt, welches die staatliche Förderung an klare Rahmenbedingungen bezüglich der Verwendung des anzusparenden Vorsorgekapitals geknüpft und damit eine einfache Botschaft ausgesandt hat: Vorsorge ist Rente. Die unumstößliche Verknüpfung der Förderrente, wie die im Volksmund als Riester-Rente bekannte Rentenversicherung eigentlich heißt, war der Versuch der sozialdemokratischen Regierung die Absenkung des Versorgungsniveaus der umlagefinanzierten gesetzlichen Rentenversicherung mit einer kapitalgedeckten Eigenvorsorge zu kompensieren. Damit ist klar: die Riester-Rente ist kein Luxus, sondern für die Mehrheit der Bevölkerung eigentlich eine zwingende Notwendigkeit, will sie sich vor drohender Altersarmut schützen. Zumindest muss der Verlust an Absicherung durch die GRV kompensiert werden. Die Riester-Rente stellt dazu einen möglichen Weg dar. Aber es gibt auch Alternativen.

Auslöser für die Entwicklung eines zusätzlich kapitalgedeckten Förderproduktes war die Rentenreform 2001 unter dem damaligen Arbeits- und Sozialminister Walter Riester. Die Reform wurde nötig, weil die Zukunft der umlagefinanzierten Altersvorsorge düster ist: Durch den Rückgang der Geburtsquote verschiebt sich das Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentenbezügern seit Jahren immer mehr in Richtung Rentner. Die Überalterung der Gesellschaft (optisch hinlänglich bekannt, als Metamorphose der klassischen Alterspyramide zum Altersdöner) führt in einem umlagefinanzierten System dazu, dass die Beitragszahler immer größere Teile ihres Einkommens dazu verwenden müssen, die Renten ihrer Eltern und Großeltern zu finanzieren. Ein Kollaps des Generationenvertrages wäre deshalb die Folge gewesen, wenn man das Beitragswachstum nicht durch eine deutliche Absenkung des Rentenniveaus gestoppt hätte.

Ohne die Riester-Rente droht der Mehrheit der Arbeitnehmer definitiv die Altersarmut

Besonders für weniger gutverdienende Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen hätte die Absenkung auf ein angestrebtes Rentenniveau von 40 % des letzten Nettogehaltes ohne Gegenmaßnahme jedoch einschneidende Folgen gehabt: Ihre Altersrente wären auf die staatliche Grundsicherung und somit auf de facto auf Hartz IV Niveau gefallen.

Entsprechend führte die Regierung mit der Riester-Rente ein kapitalgedecktes Vorsorgeprodukt ein, mit welcher jeder für sich seine – durch die Rentenreform 2001 verursachte – Rentenlücke stopfen konnte. Wohlwissend, dass bei vielen Menschen ohne äußeren Anreiz keinen Sparprozess in Gang kommt, wurde das Vorsorgesparen mit einer Förderung verbunden.

Zwei Wege der Riester-Förderung

Dem Interessierten Arbeitnehmer, bzw. der interessierten Arbeitnehmerin stehen zwei Wege offen, von der Förderung zu profitieren:

Wird die Riester-Rente (Förderrente) aus dem Nettogehalt, bzw. bereits versteuertem Vermögen finanziert, erhält man entweder Zulagen oder genießt die Möglichkeit eines steuerlichen Sonderausgabenabzugs (die sog. Riester-Förderung).

Wählt man für seine Riester-Rente den Weg über die Gehaltsumwandlung (Sparen aus dem Bruttogehalt), spart man sich die anfallende Lohnsteuer und genießt Sozialabgabefreiheit auf dem Riester-Beitrag.

Geförderter Personenkreis

Nicht jeder Bundesbürger ist berechtig von den Fördermaßnahmen im Rahmen der Riester-Rente zu profitieren. Das ist auch leicht einsichtig, stellt die Riester-Rente doch einen Ersatz für den abgesenkten Rentenanspruch dar. Entsprechend wird – direkt – nur gefördert, welcher einen Verlust geltend machen kann.
Zum geförderten Personenkreis bei der Riester-Rente zählen darum

  • rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer
  • Beamte
  • rentenversicherungspflichtige Selbstständige
  • pflichtversicherte Landwirte
  • Bezieher von Lohnersatzleistungen (Arbeitslosengeld I, Krankengeld, Unterhaltsgeld) und von Arbeitslosengeld II),
  • nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen
  • Kindererziehende (mit Kindererziehungszeiten)
  • geringfügig Beschäftigte bei Verzicht auf die Versicherungsfreiheit

Keinen direkten Anspruch auf eine Förderung haben folgende Gruppen

  • nicht rentenversicherungspflichtige Selbstständige
  • Versicherte in berufsständischen Versorgungssystemen
  • geringfügig Beschäftigte mit Versicherungsfreiheit
  • Altersrentner
  • nicht versicherungspflichtige Studierende

Aber Vorsicht: Personen, die zwar nicht unmittelbar Berechtigte sind, könnten aber mittelbar berechtigt sein. Nämlich dann, wenn sie zum Beispiel Ehepartner einer unmittelbar berechtigten Person sind. In diesem Falle spricht man von einem mittelbaren Anspruch auf Förderung.

Geförderte und zertifizierte Produkte

Es gibt viele Möglichkeiten die entstandene, bzw. die in Zukunft entstehende Einkommenslücke der gesetzlichen Rentenversicherung auszugleichen. Allerdings kann die Riester-Förderung nur in Anspruch genommen werden, wenn die dafür vorgesehenen Produkte den gesetzlichen Ansprüchen entsprechen und durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) zertifiziert wurden.

Förderungsfähig sind gemäß Gesetz nur bestimmte Produkte im Rahmen der privaten Altersvorsorge – und zwar solche, die im Alter, frühestens mit dem 62. Lebensjahr bzw. im Fall einer vorzeitigen Erwerbsminderung, eine lebenslange Auszahlung (in gleichbleibender oder steigender Höhe) vorsehen. Hierzu gehören in der Regel:

  • Rentenversicherungen (einschließlich fondsgebundene Rentenversicherungen)
  • Fondssparpläne
  • Banksparpläne, die mit Auszahlungsplänen und Absicherungen für das hohe Alter ab 85 Jahren (so genannte Restverrentungspflicht) verbunden sind

Eine förderwürdige Altersvorsorge ist gemäß den Vorstellungen des Gesetzgebers also zwingend als Rente auszugestalten. Eine Kapitalauszahlung, wie sie bislang bei Lebens- und Rentenversicherungen, dem klassischen Instrument der privaten Altersvorsorge, bisher üblich waren sind ausgeschlossen.

Beinahe ausgeschlossen, denn eine 30%ige Teilauszahlung ist auch bei Riester-Verträgen zum Rentenbeginn möglich.

Durch das Eigenheimrentengesetz („Wohn-Riester“) ist der Kreis der begünstigten Anlageprodukte zusätzlich erweitert worden. Wer einen Riester-Vertrag hat, kann sein angespartes und steuerlich gefördertes Kapital unmittelbar für den Kauf oder Bau seiner Wohnung verwenden. Eine Pflicht zur Rückzahlung des entnommenen Betrags besteht nicht. Auch Darlehen zur Anschaffung oder Herstellung von selbst genutztem Wohneigentum sind förderfähig.

Weitere Voraussetzungen:

  • Zum Beginn der Auszahlungsphase muss der Anbieter mindestens die Summe der eingezahlten Beträge (Eigenbeiträge und Zulagen) garantieren, das gilt auch für Fondssparpläne und fondsgebundene Rentenversicherungen.
  • Das angesammelte Kapital darf in der Ansparphase nicht beliehen, verpfändet oder anderweitig verwendet werden.
  • Die Altersvorsorgeleistungen dürfen nicht beim Arbeitslosengeld II angerechnet werden.
  • Die Abschluss- und Vertriebskosten müssen über einen Zeitraum von fünf Jahren verteilt werden.
  • Es gelten geschlechtsneutrale Tarife (Unisex-Tarife): Frauen und Männer erhalten bei gleichen Beiträgen auch die gleichen monatlichen Leistungen.
  • Bei schädlicher Verwendung müssen die Zulagen bzw. Steuervergünstigungen zurückgezahlt werden.

Wie funktioniert die Förderung?

Der Anspruch gefördert zu werden ist bei der Riester-Rente an der Forderung geknüpft selber aktiv zu werden und einen eigenen Beitrag zur Altersvorsorge zu leisten. Mit anderen Worten: die Riester-Förderung ist immer nur unterstützend.

Zur eigenen Vorsorge gibt es von Seiten des Finanzamtes zwei Formen der Unterstützung. Entweder man erhält eine Zulage (zahlt den Gesamtbeitrag also nicht alleine, sondern mit Hilfe des Finanzamtes) oder man zahlt alles selber, erhält dafür eine Steuerrückvergütung, weil man seine Beiträge als Sonderaufwand steuerlich geltend machen kann. Welcher der beiden Wege beschritten wird, entscheidet sich im Rahmen einer Günstigerprüfung. In dieser Günstigerprüfung prüft das Finanzamt Jahr für Jahr, welcher der beiden Förderwege den Betroffenen mehr Vorteile bringt.

Wir wollen in der Folge das Prinzip der beiden Förderwege einmal genauer betrachten.

Förderung durch Zulagen

Jede förderberechtigte Person hat grundsätzlich Anspruch auf eine Grundzulage. Je nachdem ob die Person Kinder hat und ob diese Kinder auch dem Vertrag zugerechnet werden, gibt es noch eine zusätzliche Kinderzulage. Wichtig zu wissen: Ein Kind kann nur EINE Kinderzulage auslösen. Die Eltern müssen sich also entscheiden, wer diese Zulage erhält.

  • Die jährliche Grundzulage beträgt (seit 2008) für Alleinstehende 154 Euro, für Verheiratete 308 Euro. Bei einem Ehepaar muss aber jeder Ehegatte einen Vertrag abschließen.
  • Für Berufseinsteiger (die ihr 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben) erhöht sich die Grundzulage um 200 Euro auf 354 Euro.
  • Die Kinderzulage (für kindergeldberechtigte Kinder) liegt für bis 2007 geborene Kinder bei 185 Euro und für ab 2008 geborene Kinder bei 300 Euro.

Zulagen gibt es nicht automatisch. Sie müssen beantragt werden. Immerhin ist dazu in der Zwischenzeit kein jährlicher Antrag mehr notwendig: Mittels eines Dauerzulagenantrags können die Versicherten nun ihren Anbieter bevollmächtigen, ihre Zulage kontinuierlich zu beantragen.

Technisch funktioniert das Ganz so, dass die Versicherten ihre Prämien bezahlen, die Anbieter die Zulage beim Finanzamt beantragen und diese nach der Prüfung der Berechtigung (in Bezug auf Anspruch und Höhe) und der besagten Günstigerprüfung die Zulage als Zusatzbeitrag direkt in den Vertrag einlegen. Es kann sehr gut sein, dass die Zulage erst nach Ablauf von zwei Jahren einbezahlt wird.

Es kann aber auch sein, dass gar keine Zulage geleistet wird, weil die Betroffenen es versäumt haben die Zulage zu beantragen, bzw. noch keinen Dauerzulagenantrag ausgefüllt haben. Aus diesem Grunde stehen hunderttausende Verträge in der Praxis ohne Förderung da!

Immerhin: Die Zulage kann für zwei Jahre rückwirkend beantragt werden.

Aber Achtung: Auch ein Dauerzulagenantrag bedeutet nicht immer, dass die Zulage auch tatsächlich geleistet wird. Stellt die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA), welcher die Durchführung der Zulagenförderung obliegt, nämlich fest, dass der Antrag nicht korrekt ausgefüllt ist, bzw. die darin gemachten Angaben nicht mehr stimmen, kann eine bereits geleistete Förderung wieder rückgängig gemacht werden. Das kommt vor und nicht zu knapp:
Im Jahr 2010 forderte der Bund knapp 500 Millionen Euros zurück!

Welche Gründe für eine Rückforderung der Zulagen gibt es?

Daten: Gleicht die Zulagenstelle die Antragsdaten mit der Rentenversicherung, der Familienkasse, des Finanzamtes oder der Meldebehörde ab, sollte es zu keinen Uneindeutigkeiten kommen. Bei Unklarheiten oder Widersprüchen, kann die Zulagenberechtigung womöglich nicht bestätigt werden. Mögliche Gründe dafür können ganz harmlos sein: etwa wenn ein Name einmal als Doppelname und einmal ohne den Zweitnamen eingetragen wurden. Ein uneinheitlich gesetzter Bindestrich oder der Klassiker: ein Namenswechsel nach der Hochzeit. Ein häufiger Fehler ist außerdem, dass ein Riester-Sparer nicht den standesamtlichen Namen des Kindes, sondern dessen Rufnamen einträgt. So kann das Kind im Abgleich nicht zugeordnet werden und die Kinderzulage ist dahin.

Umzug: Häufig kommt es nach einem Umzug zu Zuordnungsfehlern. Läuft bei der Ummeldung der neuen Kindergeldstelle oder bei der Neuanmeldung beim zuständigen Finanzamt nicht alles rund, läuft man in die Gefahr, dass beim Datenabgleich keine eindeutige Zuordnung gemacht werden kann. Auch hier gilt, dass leine oder widersprüchliche Daten zum Verlust der Zulagenberechtigung führen können.

Statuswechsel: Verändern sich die Lebensumstände eines Riester-Sparers, so wirkt sich das in der Regel auf die Förderung seines Vertrages aus. Dazu folgendes Beispiel: Ein Ehepartner bleibt daheim, kümmert sich um den Haushalt und die Kinder. Über seinen Partner, der einen Riester-Vertrag führt, ist er aber trotz des fehlenden eigenen Einkommens „mittelbar zulageberechtigt“. Geht dieser Ehepartner nach der Geburt eines weiteren Kindes nun in Elternzeit, erwirbt er für diese Zeit automatisch das Recht auf Rentenansprüche in der Deutschen Rentenversicherung. Was auf den ersten Blick noch kein Problem darstellt, kann ärgerliche Folgen haben: Der Ehepartner wird damit als „unmittelbar zulagenberechtigt“ eingestuft und müsste nun einen Eigenbeitrag von mindestens 60 Euro jährlich leisten. Tut er dies nicht, kann er seine Zulagenberechtigung verlieren.

Ein weiteres Beispiel: Sobald der Anspruch auch Kindergeld verloren geht, zum Beispiel, weil der Sohn nun selbständig ist und ein eigenes rentenpflichtiges Einkommen hat, erlischt auch der Anspruch auf Kinderzulage im Riester-Vertrag. Es ist Pflicht des Anspruchsberechtigten diese Statusänderung anzuzeigen und den Dauerzulagenantrag entsprechend anzupassen. Tut er dies nicht, werden erhaltene Zulagen zurückgefordert. Außerdem verpasst er es, die maximal mögliche Beitragssumme zu leisten, weshalb er im Vorsorgeplan zurückgeworfen wird.

Unterlagen, Unterschriften: In den meisten Fällen ist für die Gewährung der Kinderzulage auch die Unterschrift des Ehepartners notwendig. Diese gehen in den Anträgen immer wieder zu vergessen. Beamte müssen zudem die sogenannte „Einverständniserklärung zur Datenübermittlung“ erteilen.

Schädliche Verwendung: Ein anderes Thema ist die sogenannte „Schädliche Verwendung“ der Riester-Rente. Dieses Thema behandeln wir in einem späteren Absatz etwas ausführlicher.

Mindesteigenbeitrag

Um in den Genuss von Zulagen zu kommen, muss ein sogenannter Mindestbeitrag zur Riester-Rente geleistet werden. Dieser Beitrag liegt bei 4% des rentenpflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens, maximal aber bei 2.100 Euro.

In diesem Betrag sind allerdings allfällige Zulagen bereits enthalten. Entsprechend zahlt man bei einem Jahresbeitrag von 2.100 Euro nur den Eigenbeitrag ab. Bei einem kinderlosen Single also 2.100 Euro – 154 Euro Förderung = 1.964 Euro Beitrag den der Versicherungsnehmer selber zahlen muss.

Die Mindesteigenbetragssumme entspricht einem Sockelbetrag von 60 Euro im Jahr.

Wird der geforderte Eigenbeitrag nicht voll geleistet, reduziert sich die Zulage im Verhältnis gefordertem Eigenbetrag und geleistetem Eigenbeitrag zur Riester-Rente.
Bei Ehepartnern muss der Eigenbeitrag übrigens nur vom unmittelbar Förderfähigen geleistet werden, wenn der andere Partner (in aller Regel die Ehefrau) nicht selber erwerbstätig, sondern nur mittelbar förderfähig ist.

Von der Förderung profitieren vom Prinzip her vor allem Personen mit Kindern und einem niedrigen Einkommen, da der erforderliche Sparbeitrag bereits mit einem relativ geringen Eigenanteil erreicht wird.

Ein Beispiel: Ehepaar mit 2 Kindern (2009 bzw. 2012 geboren), Ehemann Alleinverdiener mit 20.000 Euro Jahresbruttoeinkommen.Unser Beispiel zeigt, weshalb die Riesterrente für Menschen mit einem eher tiefen Einkommen durchaus eine interessante Möglichkeit ist, sich die finanzielle Selbständigkeit im Alter zu sichern: Die Förderquote für den erwerbstätigen Ehegatten liegt bei 92,6% und die nicht rentenversicherungspflichtige, mittelbar förderberechtige Ehegattin genießt bei ihrer Riester-Rente sogar eine Förderung von 100%!

Bitte beachten Sie hierzu unsere Tabelle rechts.

Beispielrechnung Zulagenförderung
Ehemann
Anlagebetrag zum Erreichen der maximalen Riester-Zulagen 46,00 €
Riester-Grundzulage 154,00 € (100,00%)
Zulage für 2 Riester-Kinder 600,00 € (100,00%)
Eigenanteil 60,00 €
Anlagebetrag (als Basis für die folgenden Angaben) 814,00 €
Steuerlich ansetzbare Sonderausgaben 814,00 €
Förderquote 92,63 %
Der errechnete Eigenanteil (4 % von 20.000 = 800 Euro – 754 Euro Zulagen = 46 Euro) liegt unter dem mindestens zu entrichtenden Sockelbeitrag. Daher wurde der Eigenanteil automatisch auf den Sockelbeitrag von 60 Euro erhöht und der Anlagebetrag angepasst.
Ehefrau
Anlagebetrag zum Erreichen der maximalen Riester-Zulagen 0,00 €
Riester-Grundzulage 154,00 € (100,00%)
Zulage für 2 Riester-Kinder 600,00 € (100,00%)
Eigenanteil 0,00 €
Anlagebetrag (als Basis für die folgenden Angaben) 754,00 €
Steuerlich ansetzbare Sonderausgaben 754,00 €
Förderquote 100,00 %

Förderung durch steuerrechtliche Anerkennung als Sonderausgaben

Während die Zulagenförderung eher auf tiefe Einkommensgruppen abzielen, ist der Förderweg der steuerrechtlichen Anerkennung als Sonderausgaben dazu gedacht, Besserverdiener für die Riester-Rente zu gewinnen.

Wer in Bezug auf die Riester-Rente zum förderfähigen Personenkreis zählt, kann bis zu einem Maximalbetrag – welcher seit 2008 bei 2.100 Euros liegt – als Sonderausgabe von seinem steuerbaren Einkommen in Abzug bringen.

In der bereits erwähnten Günstigerprüfung im Rahmen der jährlichen Prüfung der Einkommenssteuer, stellt das Finanzamt von Amtes wegen fest, ob es für die Versicherten günstiger ist einen Zuschuss zur Riester-Rente zu erhalten oder ob die steuerlichen Vorteile überwiegen. Eine freie Wahl bei der Förderung haben die Inhaber eines Riester-Vertrages also nicht.

Voraussetzung für diese Günstigerprüfung und die Anerkennung der Beiträge zur Riester-Rente als abzugsfähigen Sonderaufwand ist allerdings, dass der Abzug bei der Einkommenssteuererklärung auch tatsächlich angemeldet wurde! Ohne Antrag läuft also auch hier nichts.

Wie vorteilhaft ein Sonderausgabenabzug für Besserverdienende ist, zeigt folgende vereinfachte Rechnung eines kinderlosen Riester-Sparers. Bei einem Jahresbeitrag von 2.100 Euro für seine Riester-Rente und einem Grenzsteuersatz von 45,97 % (Jahreseinkommen 50.000 Euro, Kirchensteuer 8%, Splittingtabelle, Berechnung gemäß http://einkommensteuerrechner.com.de) profitiert der Riester-Sparer von 965,37 Euro Steuerermäßigung. Im Vergleich zu seiner Grundzulage in Höhe von 154 Euro ist das ein Vorteil von 811,37 Euro!

Damit profitiert der Besserverdiener weit mehr vom Riestern als ein Geringverdiener, der nur die Grundzulage von 154 Euro erhält. Wie wir gleich sehen werden, relativiert sich dieser Vorteil allerdings in der Rentenbezugsphase.

Die Besteuerung der Riester-Rente

Der Staat fördert die Riester-Rente nicht ohne Eigennutz. Das Plus an Rente für die Rentenbezüger, steht in einem direkten Zusammenhang mit dem Minus, welches der Staat aufwenden muss, um Menschen unterhalb des Existenzminimums im Alter zu finanzieren. Dies ist der Hauptgrund, weshalb nach dem Alterseinkünftegesetz geförderte Vorsorgeprodukte immer als Rente ausbezahlt werden müssen.

Ein weiterer Punkt ist, dass durch den Systemwechsel der nachgelagerten Besteuerung sämtliche Einkünfte aus der Riester-Rente voll als Einkommen versteuert werden müssen. Gelingt es dem Riester-Rentner nicht, sein Einkommen im Alter deutlich zu senken, handelt es sich bei der steuerlichen Förderung weniger um eine Gabe des Finanzamtes, sondern mehr um eine Stundung der Steuern. Wobei Hand aufs Herz: wer mag schon sein Einkommen im Alter reduzieren, damit er tatsächlich einen Steuervorteil aus der Riester-Förderung genießt? Niemand. Wer also auf seine Riester-Rente genau so viel Steuern spart, wie er oder sie zuvor gespart haben, muss mit einem wahren Luxusproblem kämpfen…

Sicher ist jedoch, dass der zuvor angesprochene Vorteil von Besserverdiener im Alter durch die volle Besteuerung mehr oder minder dahin fällt. Vermutlich fahren Wenigverdiener, mit einer Förderungsquote von 80 – 90% und mehr am Ende sogar besser.

Während bei der normalen Riester-Rente die Steuerfrage einfach erklärt ist (volle Anrechnung als Einkommen), gibt es zwei Spezialfälle, welche einer gesonderten Betrachtung bedürfen:

Die Besteuerung einer 30% Kapitalauszahlung zum Rentenbeginn

Bei jeder Riester-Rente steht den Sparern die Option offen, zu Beginn der Auszahlungsphase (frühestens mit 60, wenn der Vertragsabschluss vor dem 31.12.2011 lag, danach ab 62) eine einmalige Kapitalzahlung von bis zu 30% des Riester-Kapitals zu beziehen, ohne dass dies als schädliche Verwendung eingestuft würde.

In diesem Jahr würde dieser Bezug allerdings voll als Einkommen angerechnet und zu einer Mehrsteuer im Rahmen des Grenzsteuersatzes führen. In den meisten Fällen dürfte das zu einer Steuer führen, welche mindestens so hoch ist wie zuvor erhaltene Förderung. Wenn nicht sogar höher.

Beispiel: Vorhandenes Kapital in der Riester-Rente: 50.000 Euro. 30% des vorhandenen Kapitals als einmalige Kapitalzahlung: 15.000 Euro. Angenommener Grenzsteuersatz: 33%. Steuer auf Kapitalbezug: 4.950 Euro

Die Besteuerung sogenannter Wohnriester-Bezügen

Wie bei der klassischen Riester-Rente wird auch der Wohnriester am Ende der Laufzeit nachgelagert besteuert. Im Unterschied zur regulären Riester-Rente fließt aber bei der eigenen Immobilie kein Einkommen. Stellt sich also die Frage, wie das zu versteuernde Einkommen ermittelt werden soll.

Um dieses Einkommen fiktiv darstellen zu können braucht es ein sogenanntes „Wohnförderkonto“. Auf diesem Konto werden in der Folge alle Einlagen, staatlichen Zulagen, geförderten Tilgungsleistungen und die jährlichen Zinsen „angesammelt“. Die Endsumme bei Rentenbeginn muss der Riester-Rentner nun über 20 Jahre verteilt als Einkommen versteuern. Beispiel: Beträgt die Endsumme 50.000 Euro, werden ihm in seiner Einkommenssteuererklärung jährlich 2.500 Euro als fiktives Einkommen hinzugerechnet, welche er zum persönlichen Steuersatz versteuern muss.

Es gibt allerdings auch die Möglichkeit sich von dieser Last in einem Zuge zu befreien und die Steuer zum Rentenbeginn auf einen Schlag zu bezahlen. In diesem Falle belohnt ihn der Fiskus mit einem Rabatt von 30%. Dieser Rabatt hat allerdings einen Hacken: er ist mit der Pflicht verbunden, die Liegenschaft während 20 Jahren zu behalten, ansonsten das Finanzamt sich den Rabatt wieder zurückholt.

Die Sache mit der schädlichen Verwendung von Riester-Rente

Bei der geförderten Altersvorsorge im Sinne des Alterseinkünftegesetzes (AltEinkG) ist ein Kapitalwahlrecht grundsätzlich ausgeschlossen. Der Zwang zur Verrentung ist sogar ein besonderes Merkmal, welches für das Erlangen einer entsprechenden Zertifizierung durch das BaFin eine bindende Voraussetzung darstellt.

Bei der Riester-Rente gibt es allerdings Ausnahmen von der Regel. Damit ist zum einen das eingeschränkte Kapitalbezugsrecht zu Rentenbeginn (max. 30% des angesparten Betrages kann als einmaliger Kapitalbezug bezogen werden) gemeint. Zum andern gibt es die Möglichkeit einen Riester Vertrag einfach zu kündigen und das Geld anderweitig einzusetzen. Dieser Vorgang fällt unter den Tatbestand der schädlichen Verwendung.

Wird vom Finanzamt eine schädliche Verwendung erkannt, fallen alle bisher gewährten Ansprüche auf einen Schlag dahin. Zulagen und Steuervorteile müssen also vollumfänglich zurückbezahlt werden. Die Zinsen auf der Förderung dürfen allerdings behalten werden (allerdings werden diese voll besteuert).

Auf dem Beratermarkt lassen sich findige Köpfe finden, welche diesen Zinsgewinn als Vorteil sehen. Tatsächlich handelt es sich maximal um einen Hauch an Zugewinn. Betrachten sie den Vorgang der schädlichen Verwendung also als Nullsummenspiel. Eine erzwungene schädliche Verwendung zum Rentenbeginn können Sie lediglich den Fall in Erwägung ziehen, dass ihre Lebenserwartung aus gesundheitlichen Gründen beschränkt ist und sie bei einer lebenslangen Renten zweifellos das Langlebigkeitsrisiko der andern finanzieren.

Für wen lohnt sich eine Riester-Rente?

Über die Riester-Rente wurden inzwischen unzählige Studien verfasst und Bücher geschrieben. Die meisten davon kommen zum Ergebnis, dass die Riester-Rente ein bürokratisches Monster, ein unwirtschaftliches Gebilde zur Förderung der heimischen Versicherungswirtschaft ist. Dass die Förderungsmechanismen Besserverdienende bevorteilen und ergo ungerecht seien.

Eine solche Argumentation ist dumm. Sie sollten sich dadurch nicht verwirren lassen.

Es stimmt zwar, dass die Riester-Rente aus politischen Gründen viel zu kompliziert ist. Man kann sicher über die Höhe (Abschluss-) Kosten und Gebühren diskutieren (wobei der staatlich verordnete Aufwand für die Beratung und Betreuung derart hoch ist, dass eine Riester-Rente keine wirklich attraktive Lösung für Vermittler ist). Es steht außer Zweifel, dass die staatlichen Vorgaben an den Kapitalerhalt dazu führen, dass auch dynamische Fonds Lösungen keine überragende Rendite schaffen.

»Natürlich ist eine angemessene Rendite wünschenswert. Aber das ist nicht der Punkt: Selbst bei einer Nullprozentrendite auf Ihrer Riester-Rente stehen Sie besser da als ohne!«

Wenn Sie nicht so rasch als möglich damit beginnen, sich selber um ihre Rentenvorsorge zu kümmern, werden Sie am Ende Ihrer Schaffensphase vor dem Nichts stehen, weil sie Nichts vorgesorgt haben. Es ist völlig irrelevant, wie hoch Ihre Rendite sein wird. Selbst wenn Sie am Ende keine Rendite erzielt haben, werden sie immer noch deutlich besser dastehen, wie das im Falle eines Zuwartens wäre.

Riester hat unter dem Strich für die meisten Menschen Vorteile. Die Vorteile sind nicht ganz so groß wie sei sein könnten, aber sie sind da. Wichtig ist aber auf alle Fälle, dass sie vorgesorgt haben und verhindern, dass Sie im Alter noch über 35 – 40% Ihres letzten Nettoeinkommens verfügen können, denn das wird vermutlich nicht ausreichen.

Die Vorteile sind für niedere Einkommensklassen, also solche welche auf ihrer späteren Rente kaum Steuern bezahlen müssen, vielleicht noch höher als für Spitzenverdiener, welche während der Ansparphase tatsächlich viel mehr profitieren. Aber wie oben bereits erwähnt, gleicht die nachgelagerte Besteuerung vieles davon wieder aus.

Eine Riester-Rente ist im Vergleich zu einer klassischen Rente deshalb von Vorteil, weil die Hemmschwelle das Teil beim kleinsten Grund aufzulösen, um sich den ach so wichtigen Wagen zu kaufen, viel größer ist. Diese Hemmschwelle, verbunden mit dem Sparzwang ist der größte Vorteil der Riester-Rente, denn er sorgt dafür, dass am Ende der Arbeitsphase tatsächlich noch etwas da ist.

Auf ein Wort: Vorsicht bei Wohnriester

Dieser hat sich in den letzten Jahren als eigentlicher Renner entwickelt. Nicht weil er dieser besonders lohnenswert wäre, sondern weil eine gutgeölte Vertriebsmaschinerie (Bausparkassen) mit einem emotionalen Verkaufsargument lockt: Das eigene Heim.

Doch Vorsicht: Die meisten Wohnriester-Angebote sind Bausparverträge im Gewand einer Riester-Rente. Da man Bauspar-Verträge bereits in ihrer Reinform nicht empfehlen kann, sollte man dies auch nicht tun, wenn damit eine Riester-Förderung verbunden ist.

Die Wohnriesterverträge der Bausparkasse, bzw. deren Zweitvertriebe, sind einseitig auf die Verwendung des Kapitals für Wohnzwecke ausgerichtet. Doch wer ist sich heute schon sicher, ober er oder sie das Kapital unbedingt ins Eigenheim stecken mag? Vielleicht kommen die Versicherten ja noch rechtzeitig zu Besinnung: Wohnriester führt zu Steuerzahlungen im Alter und das zu einem Moment, da Einnahmen knapp sind! Wenn man das unbedingt haben möchte, kann man das auch mit einer ganz normalen Riester-Rente erreichen. Nur dann hat man die Chance auf einen akzeptablen Ertrag und vor allem: einen heute schon garantierten Rentenfaktor. Dieser wird nämlich in Zukunft kaum besser werden und wenn man später doch eine Rente will, leidet man dann unter einem Wohnriester-Kater.

Wenn Wohnriester, dann in Form eines Wohn-Riester-Kredites. Diese Form der Wohnbauförderung über Riester ist allgemein anerkannt und uneingeschränkt empfehlenswert.

Wer jedoch das Geld für die Riester-Rente kaum aufbringen kann, weil ihm schon ohne Eigenbeitrag kaum genug Geld fürs Leben bleibt, sollte auf eine Riester-Rente tatsächlich verzichten. Es macht einfach keinen Sinn im hier und heute Geld zu sparen, welches man kaum aufbringen kann, nur um am Ende trotzdem auf die Grundsicherung angewiesen zu sein (bei welcher eine Riester-Rente angerechnet wird!).

Riestern lohnt sich. Nicht wegen der Steuervorteile, nicht wegen den Zulagen, sondern wegen dem Sparprozess an sich. Dabei ist es allerdings wichtig, dass Sie sich für den richtigen Riester-Vertrag entscheiden, welcher möglichst viel Rendite erwirtschaftet. Nicht jedes Angebot rechnet sich gleich gut und nicht jeder Weg zur Riester-Rente ist im gleichen Masse empfehlenswert.