Aktien und Rente

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Aktien und Rente – weshalb der Tabubruch kommen muss

Aktien und Rente sind tabu. Zumindest in Deutschland, wo die Kultur der direkten Beteiligung an der Wirtschaft sowieso nicht besonders hoch im Kurs steht. Wer in Aktien investiert, geht in den Augen vieler Deutschen einen Pakt mit dem Teufel ein. Zumindest ist er in ihren Augen ein Spekulant, welcher sein Spiel auf Kosten der Arbeitnehmer spielt. In Vermögensfragen befindet sich Deutschland nämlich immer noch in der Zeit des Klassenkampfes. Allerdings kann von Kampf keine Rede sein, wenn man sich einfach in Enthaltsamkeit übt. Eine Abstinenz, welche gerade in der Vorsorge fatale Folgen zeitigt. Denn die steigende Lebenserwartung und der damit verbundenen längeren Rentenbezugsdauer zwingt uns eigentlich dazu die Rendite auf unserem Vorsorgekapital zu steigern. Mit Angst und alten Parolen ist das nicht zu schaffen. Mit einer direkten Beteiligung an der Wertschöpfung hingegen schon. Mit anderen Worten: Rente ohne Aktien geht gar nicht.

Wenn entdecken die Deutsche ihre Liebe zu Aktien?

Aus irgendwelchen Gründen haben die Deutschen Ihre Liebe zu Aktien noch nicht so richtig entdeckt. Zwar nehmen Börsenmagazine inzwischen in allen Informationskanälen einen prominenten Platz ein, aber man fragt sich ernsthaft, weshalb dem so ist, wenn die Deutschen Beteiligungspapiere meiden, wann immer es geht.

Eine besonders attraktive Zielgruppe für Aktieninvestments wären eigentlich ältere Menschen. Zum einen, weil sie über die notwendigen finanziellen Mittel verfügen und zum andern, weil sie über eine deutlich höhere Planungssicherheit verfügen, wie ihre Töchter und Enkel. Eigentlich wäre eine direkte Beteiligung an der Wirtschaft und damit eine ungeminderte Teilhabe an der Wertschöpfung für ältere Menschen das einzig richtige. Doch leider ist in den Köpfen der Menschen das Credo Aktien und Rente geht gar nicht, tief verwurzelt.

Aktien und Rente geht!

Keine Ahnung, welche Dinosaurier dieses „Naturgesetz“ entwickelt haben und wann. Aber wer immer er war, er dürfte längstens tot sein. Wahrscheinlich stammt dieser Grundsatz noch aus einer Epoche, als die Papiere noch physisch gehandelt wurden…

Aktien und Rente geht gut. Sehr gut sogar. Und ich setze noch einen drauf: Gerade wer in der Situation ist, seine Altersvorsorge in eigener Regie organisieren zu müssen (Unternehmer, Angehörige freier Berufe, Selbständige oder andere Menschen, denen die gesetzliche Rente nicht zum Erhalt des Lebensunterhaltes ausreicht), kommen eigentlich gar nicht daran vorbei einen signifikanten Aktienanteil zu halten. Und wenn ich von signifikant spreche, widerspreche ich gleichzeitig dem Autor folgender Regel, welche den „sinnvollen“ Aktienanteil in einer Art Weltformel festzurren wollte.

Aktien und Rente eine Faustregel zum Aktienanteil im Alter

Wieviel Aktien gehören ins Depot von Rentner?

Ich gehe davon aus, dass die Regel – Aktienanteil am Vermögen in Prozent, gleich 100 minus Alter – von einem direkten Nachfahren des Dinosauriers mit dem „Aktien-und-Rente-geht-gar-nicht“- Gesetz stammt. Sie ist verstaubt. Unbrauchbar. Von der Lebenswirklichkeit überholt!

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch: Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass man mit Aktien Verluste einfahren kann. Aber das kann man mit dem Kernelement jeder konservativen Anleihe – den Staatsanleihen – auch. Wir werden es sogar in den nächsten Jahren erleben, dass die Verluste unvorstellbare Ausmaße annehmen werden. Entweder in Form von Zahlungsausfällen oder in Form von Kursverlusten. Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

Manchmal sind Entwicklungen einfach voraussehbar

Nein, ich verfüge über keine Glaskugel und ich bin auch nicht ein Vertreter der Dr. Doom Klasse. Man braucht kein besonders talentierter Prognostiker zu sein, um diese Feststellung zu treffen. Es reicht einfach das Wissen, dass die Wertpapiere an Wert verlieren, wenn die Zinsen steigen. Und weil die Zinsen aktuell sehr tief, ja geradezu unnatürlich tief liegen, wird der Wertverfall besonders dramatisch ausfallen. Dabei wird es sogar Bundesanleihen stärker treffen, wie die Papiere von Belgien, Frankreich oder Spanien.

Wenn Sie keine Wertpapiere in ihrem Besitz haben, können Sie nicht automatisch aufatmen. Denn auch die klassischen Rentenversicherungen und Kapitallebensversicherungen werden nicht von dieser Entwicklung verschont bleiben, besteht doch deren Deckungsstock mehrheitlich aus Staatsanleihen und ähnlichen Wertpapieren.

Also, man muss also nicht Spekulant sein, um mit Kapitalanlagen hohe Verluste einzufahren.

Aktien und Rente geht, weil hier das beste Chance / Risikoverhältnis besteht

Wer alleine auf Zinspapiere setzt, riskiert also sein Vermögen (bzw. Teile davon). Alleine er wird dafür nicht entschädigt. Mit Renditen zwischen -1 und +1,5% kann ein Verlustrisiko von 20% nicht wirklich sinnvoll abgefedert werden. Oder anders formuliert: Wer heute sein Geld in „konservative“ Anlagen steckt, riskiert zwar etwas, wird dafür aber in keinster Weise belohnt. Das ist nicht der Sinn einer Kapitalanlage und schon gar nicht, wenn man auf den Ertrag dringendst angewiesen ist.

Wer in Aktien investiert, kann ebenfalls Geld verlieren. Nur steht dem möglichen Totalverlust die Chance gegenüber, sein Vermögen zu vervielfachen. Mit einer sinnvollen Risikostreuung ist zwar eine Vervielfachung des eingesetzten Kapitals unwahrscheinlich, dafür sinkt aber auch das Risiko sein Geld zu verlieren. Im Schnitt würde ich deshalb weiterhin von der Chance auf 6-8% Rendite (Dividenden + Kapitalgewinne) ausgehen, während das Risiko auf vielleicht 5% reduziert werden kann.

Ohne aktive Bewirtschaftung geht bei Aktien gar nichts (Bei Rentenpapieren eigentlich auch nicht!)

Damit das Risiko begrenzt bleibt, muss man allerdings etwas dafür tun: Man muss sein Vermögen sinnvoll bewirtschaften. Natürlich fällt das älteren Menschen schwer. Aber unter uns gesagt unterscheiden sie sich in dieser Beziehung kaum von den jüngeren Semestern… Die notwendigen Fachkenntnisse, die Zeit und die Lust geht nämlich den meisten Deutschen schlicht und ergreifen ab. Muss man aber auch nicht aufbringen, wenn man diese Arbeit in professionelle Hände gibt.

Ich spreche hier nicht von überteuerten Vermögensverwaltern, welche ihre Büros an bester Adresse haben, um besonders vertrauenswürdig daher zu kommen. Tolle Büros sind kein Sicherheitsmerkmal, sondern ein Kostenfaktor und deshalb ein potentielles Risiko für den Anleger.

Ich denke an kollektive Vermögensanlagen wie Fonds oder ähnliche Gebilde.

Rente und Aktien geht insbesondere beim Einsatz von Garantierenten. Hier wird das investierte Kapital in einer kollektiven Vermögensverwaltung bewirtschaftet. Ob diese Anlage nun temporäre Verluste einfährt, darüber müssen sich die Garantierentner keine Gedanken machen, denn wie der Name schon sagt, sind die Renten garantiert, können als niemals sinken. Sollte sich die Vermögensanlage jedoch positiv entwickeln, haben sie die Chance, dass ihre laufende Rente auf ein neues, höheres Niveau gehoben wird.

Eine Chance, von welcher die Inhaber einer klassischen Rente nur träumen können. Heute, morgen und in ferner Zukunft.

Rente und Aktien passen also sehr wohl, sehr gut zusammen. Man muss nur die Bereitschaft zeigen, alte Zöpfe abzuschneiden und sich neueren Entwicklungen zu öffnen. Dann besteht Hoffnung. Auch für Menschen mit einer hoffentlich möglichst hohen Lebenserwartung.

Daniel S. Batt

Geschäftsführer der additional advice ag

 

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